Ergebnis des Architekturwettbewerbs für 'Quartier am Mailänder Platz' in Stuttgart steht fest
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  • Preisgericht kürt RKW Rhode Kellermann Wawrowsky zum Sieger
  • Stadträumliche Integration von Einzelhandel, innerstädtischem Wohnen, Hotel und Büro schafft neues Stadtquartier
 
Das Architekturbüro RKW Rhode Kellermann Wawrowsky Architektur + Städtebau, Düsseldorf, hat sich im Realisierungswettbewerb um die architektonische Entwicklung und stadträumliche Integration des Quartiers am Mailänder Platz in Stuttgart unter zehn renommierten Teilnehmern durchgesetzt. Die Mitglieder des Preisgerichts haben sich nach intensiver Diskussion mit deutlicher Mehrheit für die Entwurfsidee ausgesprochen.

Das Konzept entspricht nach Ansicht des Preisgerichts höchster städtebaulich-architektonischer Qualität, die gleichzeitig funktionale, energetische und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Durch die sichtbare Zersplitterung der großformatigen Baublöcke in differenzierte Einzelbauteile gelingt die gewünschte Befreiung von der vorgeprägten, preußisch strengen Blockrandbebauung.

Das Kauferlebnis wird im Entwurf bewusst nach außen gestaltet: Der Gewinnerentwurf zeigt weit geöffnete, raumhohe, teilweise zweigeschossige Fassaden. Stadt und Handel bedingen sich gegenseitig und profitieren nur in dieser wechselseitigen Symbiose zwischen außen und innen. Die drei großen Innenhöfe besitzen über die Gliederung der Baukörper gleich mehrfach Ausblicke in das städtische Umfeld.

RKW Rhode Kellermann Wawrowsky Architektur + Städtebau gehört zu den führenden deutschen Architekturbüros. Die Architekturgemeinschaft verfügt über langjährige nationale und internationale Erfahrung in den Bereichen Hochbau, Innenarchitektur und Stadtplanung. Das Büro ist im Auftrag von privaten und öffentlichen Bauherren in allen Architektenleistungen und als Generalplaner tätig.

Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Carl Fingerhuth, Schweizer Architekt und Stadtplaner, beurteilt die prämierte Arbeit wie folgt:

„Eine europäische Stadt mit italienischem Flair, unterschiedlichen Straßen und Plätzen sowie Wohngebäuden mit eigener Adresse, mit hoher Privatheit und angemessener Öffentlichkeit sollen mediterranes Stadtleben in das Europaviertel bringen. Gut platzierte Einzelbaukörper werden geschickt in vielfältigen Wohnfiguren zu Wohngruppen zusammengeführt, wirken leicht, locker und fast selbstverständlich in ihrer Anordnung. Sie verschmelzen in der äußeren Erscheinung, der Materialwahl und Proportionierung der Fassaden durch raffinierte Gliederung mit darunter liegenden Sockelgeschossen. Die Einzelbauten auf dem Sockelgeschoss befreien auf angenehme Weise und durch eine geschickte Gliederung die Strenge der vorgegebenen Blockrandbebauung. Die Blockränder werden entsprechend ihrer Lage im Raum dichter (Heilbronner Straße), nach Osten offener und transparenter; sie zeigen eine entsprechende Eigenständigkeit, bilden aber dennoch im Gesamtkontext eine Einheit. Nutzbare Loggien wechseln mit auskragenden Balkonen und schaffen zudem Identität und eine lebendige Fassadenabwicklung. Trotz der tiefen Einzelbaukörper verbleibt ein großzügiger, begrünter Blockinnenbereich, der als Ruhezone die Wohnnutzung stärkt – in seiner Gestaltung jedoch schematisch wirkt. Durch die Öffnungen des Blockrands öffnet sich der jeweilige Hof für die Nutzung nach außen, bietet aber gleichzeitig ausreichend Schutz vor der Öffentlichkeit.

Regionaler Naturstein gibt den Fassaden eine helle, aber nicht zu leichte Anmutung bei gleichzeitiger Vielfältigkeit und Differenzierung innerhalb eines Ordnungssystems. Das Verhältnis von opaken und verglasten Fassadenflächen ist angemessen. Der Mailänder Platz wird als zentraler großzügiger Raum zum Mittelpunkt, unverstellt und offen für städtisches Leben.

Aus Sicht des Handelsbetreibers ermöglicht die dargestellte Fassadengliederung der Sockelgeschosse ein hohes Maß an Flexibilität. Kritisch hinsichtlich Anzahl und punktueller Lage sind die differenzierten Erschließungen der Wohnblöcke zu sehen.“

Dieser und einige weitere Aspekte sind in der Planungskonkretisierung zu überprüfen bzw. zu berücksichtigen.

Mit dem zweiten Platz prämierte das Preisgericht die Entwurfsidee des Architekturbüros Grüntuch Ernst Architekten, Berlin. Den dritten und vierten Platz belegten die Architekturbüros Ortner & Ortner Baukunst, Wien, und Wilford Schupp Architekten GmbH, Stuttgart.

Weitere Teilnehmer des Wettbewerbs waren:
  • Blocher + Blocher Partners, Stuttgart
  • Hascher Jehle Architektur, Berlin
  • Henning Larsen Architects, Kopenhagen, Dänemark
  • Holzbauer & Partner Architekten aus Wien, Österreich
  • KSP Jürgen Engel Architekten GmbH, Köln
  • schürmann + schürmann Dipl.-Ing. Freie Architekten BDA, Stuttgart

    Nachhaltigkeit als zentrales Entwicklungselement
    Bei der Planung des Quartiers am Mailänder Platz spielen Nachhaltigkeit und Klimaschutz eine herausragende Rolle. Daher planen ECE, STRABAG und BHGKG einen schonenden Einsatz notwendiger Energien und Ressourcen. Um die hohe gestalterische, funktionale und stadträumliche Qualität der geplanten Stadtquartierentwicklung auch unter Nachhaltigkeitsaspekten zu gewährleisten, wird eine DGNB-Zertifizierung für die Gebäude und erstmals auch für ein ganzes Stadtquartier angestrebt. Hier spielt die Erfüllung verschiedener Maßnahmen eine zentrale Rolle, wie der Einsatz regenerativer Energien, ressourcenschonender Einsatz von Materialien, Sicherstellung von sozialer und funktionaler Vielfalt, hohe Qualität der Infrastruktur wie individuelle Mobilität und ÖPNV-Anschluss oder effiziente Wasserkreislaufsysteme und Abfallwirtschaft.



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